Mai ... Juni 2022 ... Sonne tanken ...

Mal wieder ausschwärmen, sich treiben lassen, Abstand gewinnen vom Alltagsgeschehen, ein paar Highlights setzen und spontane Ereignisse mitmachen. Hier und da nett einkehren, sich mit Leckereien verwöhnen lassen und insgesamt 5 gerade sein lassen. Den Hünnies ganz viel Zeit schenken und gemeinsam die Welt aus neuen Winkeln betrachten. Ab und an ein Pläuschchen halten, einkaufen, nach Präsenten für die Daheimgebliebenen stöbern und, ganz wichtig, Pläne für die Weiterfahrt schmieden (briefing).

Nach unserem Kurztrip mit Enkelsohn Emil ans Meer (Escalles, Ende April/Anfang Mai) soll es wieder einmal in den Süden gehen. Berge, Almen, Gebirgsbäche, mittelalterliche Dörfer und ihre heiß geliebten Wochenmärkte könnten uns womöglich ein wenig aus dem „Coronatief“ heraus helfen.

Viele Stunden im Vorfeld verwenden wir mit der Grobplanung der Strecke und legen den einen und anderen Zwischenstopp fest. Bekanntlich ist ja die Vorfreude die schönste Freude. Ganz besonders diejenigen Örtlichkeiten, die wir einstmals haben „links liegen lassen“, wollen wir jetzt besuchen - derer gibt es allerdings recht viele! Die einzelnen Etappen sollen auch nicht allzu groß geraten. Also, los geht´s ….. ach ja ... vorweg: Inou und Kira erhalten beide für ihr Verhalten Bestnoten!

Weilburg an der Lahn (Schloss, Bergbaumuseum, Stellplatz)
Der Ort verspricht eine schöne Altstadt sowie ein tadellos renoviertes Renaissance-Schloss. Das Bergbaumuseum ist ebenfalls sehenswert. Ein kühles Bad in der Lahn bildet den Auftakt ... Kira´s Schwimmstil ist verbesserungsfähig.

Kubach (Kristallhöhle)
Unweit Weilburg findet sich eine Höhle, man steigt über 400 Treppenstufen hinab und befindet sich in einer Zauberwelt.

Braunfels (Burg, Altstadt, Stellplatz)
Eine Übernachtungsmöglichkeit in Sichtweite unterhalb der phantastischen Burganlage samt mittelalterlichem Burgbezirk bietet Braunfels.



Wetzlar (Leicapark)
Fotofreaks sollten sich diesen „Hotspot“ der Fototechnik nicht entgehen lassen. Fotoausstellungen, ein Museum zur Firmengeschichte, Einblicke in die Fertigungsstätte sowie ein fabelhaftes Bistro runden einen halben Besuchstag ab. Wer mag, darf eine Weile eine sündhaft teure Leica ausprobieren. Kira schaut auch sehr gern den Sonnenuntergang ...


Oppenheim (Altstadt, Stäckler, Stellplatz)
Unser geliebter Stellplatz bei einer Winzerei in Nierstein hat Ruhetag, schade. Wir weichen nach Oppenheim/Rhein aus und finden 6 Dinge: einen brauchbaren Übernachtungsplatz, viel Gegend für einen Gassiegang, einen ausgewiesenen Hundesandstrand am Rhein, eine Gaststätte mit flotter Bedienung und prima Speisen direkt an einem Strandbad am Rhein, eine nette Altstadt samt beeindruckendem Gotteshaus und zuletzt auch noch eine Bäckerei mit leckerem Frühstücksangebot.

Wissembourg (Altstadt, Lauter, Stellplatz)
Auf dem Weg ins Elsass wollen wir einer Empfehlung folgend nahe Wissembourg bei einer zünftigen Gaststätte speisen und nächtigen - Ruhetag. Wir finden jedoch in Wissembourg selbst am Ufer des Flusses Lauter einen ruhigen Platz nahe einer alten Wassermühle. Das Städtchen selbst kommt bei gutem Wetter recht sympathisch rüber - zwei erstklassige Eisbecher runden den Eindruck ab.

Hahnenbrunnen (Route des Cretes, Stellplatz)
Telefonisch fragen wir bei drei verschiedenen Almbauernhöfen nach einer Übernachtungsmöglichkeit nach. Ruhetag, heute kein Essen oder Wohnmobile weniger gewünscht. Unsere Breitzhausen-Alm (Munsterkäse-Fondue …. umwerfend!) hat ebenfalls Ruhetag. Es ist wie verhext. Die Ferme-Auberge Hahnenbrunnen auf der Elsass-Höhenstraße ist unsere Rettung. Harry und Dorothe aus den Niederlanden bieten uns eine Führung durch ihr 40 Jahre altes 6 Tonnen schweres Magirus-Deutz Wohnmobil. Genial! Nach einer Kurzpause am Col des Bagenelles geht es weiter über die Route des Cretes zum Col de Hahnenbrunnen.

Ferme-Auberge Treh (Route des Cretes, Stellplatz)
Eine Minietappe weiter, unterhalb des Marksteins, finden wir bei der Alm Treh eine ausgezeichnete Herberge. Kuhglocken versüßen uns das Einschlafen. Die Restauration ist urig, üppig und schmackhaft. Wir bleiben gleich zwei Nächte, denn am Trehkopf (1200m hoch) geben sich Scharen von Paragleitfliegern ein Stelldichein. Das Landschaftsbild der satten Wiesen und die fantastischen Wanderwege komplettieren unsere Zufriedenheit.



Mesnay (Arbois) Stellplatz
Um das Örtchen Arbois (eng verbunden mit dem Wissenschaftler Louis Pasteur) zu besuchen werfen wir 2,5km weiter in Mesnay Anker. Der Ort ist nicht schön, aber zwecks Nächtigung für uns ausreichend. Am folgenden Morgen in Arbois eingetroffen trifft uns der Schreck - MARKTTAG - in fast einer halben Stunde quälen wir uns mit unserem Dickschiff durch den komplett zugeparkten und mit Ausweichmanövern der abenteuerlichsten Art ans andere Ortsende. Kaffee auf! Für einen Einkauf im Supermarkt reichen die Nerven noch. Ort besichtigen scheitert am fehlenden Parkplatz - schade!


Saillans (Camping, Drome)
Strecke machen um südlichere Gefilde zu erreichen. Lyon ist da immer ein Kandidat für fabelhafte Staus (Köln läßt grüßen!). Klappt aber dieses Mal reibungslos. Vorbei an Crest empfiehlt eine Camper-Plattform einen Campingplatz in Saillans. Kurzum: Mondpreis für eine Nacht (- -), schöner Fluss (Drome + +), Ort bedingt sympathisch (+ -), Landschaft traumhaft (+ +), fürs Kurzrelaxen in Ordnung (+). Abends dann "Ansgar´s Sternenzauber" am Wohni ... fabelhaft!

Die (Altstadt, ALT trifft NEU)
Einkaufen, Tanken, Stadtbummel, Mittagessen (3-Gang-Menu 14,90€) … warum eine Weihnachtskrippe im Mai das Geschäft eines Obsthändlers ziert ????? Das „provencalische Feeling“ stellt sich langsam ein. Eine Schmetterlingsfarm kurz hinter Die (Ferme de Papillons) zeigt bemerkenswerte Exemplare.

Chatillon-en-Diois (Camping, Fluss Bez, Naturpark Vercors)
„Les Plus Beaux Villages de France“ - dieses Prädikat erhalten nur Orte, die eine Reise, zumindest einen Umweg, wert sind. Wir bleiben gern sechs Nächte und sind vom Charme des mittelalterlichen Fleckchens verzaubert. Wanderungen führen zwar immer heftig bergauf, aber die tolle Witterung, die Weltklasse-Croissants, eine rasend gute Internetverbindung, der topmoderne Intermarche, tadellose Sanitäranlagen, ein nettes Platzmanagement und der blitzsaubere Fluss Bez bieten uns alles, was einen Urlaub gelingen läßt. Den Naturpark Vercors kann man nur empfehlen. Über den Col de Meneé wollen wir uns langsam nordwärts wieder in Richtung Heimat bewegen.

Nach einer langen Wanderung durch die Walnusswälder bei prächtigen 30° im Schatten ...

An Trinkwasser aus den oberhalb liegenden Karstquellen herrscht kein Mangel ... Pizzarand-Reste gibt es nach dem Restaurantbesuch ...

In dieser Bäckerei (unten rechts) gibt es die weltweit besten croissants ,,, ! Leider nur an vier Tagen in der Woche geöffnet.

Roset-Fluans (Grotte d´Osselle)
Der Col de Meneé selbst ist uninteressant, da auf der Passhöhe (1400m) ein Tunnel die Departements Drome und Isere trennt. Weitsicht … Fehlanzeige. Jedoch bieten sowohl die Berg- als auch die Talfahrt grandiose Ausblicke in eine wundervolle Alpenkulisse. Weiter unten in Chichiliane grüßt der Mont Aiguille in seiner majestätischen Pracht zu uns herunter. Eine kleine Kaffeepause bietet sich in Monestier-de-Clermont an. Der Sonntags-Markt gibt uns praktischerweise die Chance, einige Leckereien zu kaufen. Vorbei an Grenoble, Voreppe und Voiron bewegen wir uns Richtung Bourg-en-Bresse, Lons-le-Saunier auf Dole zu. Stellplatz soll nett sein. Leider findet ein großer Jahrmarkt mit bunten Fahrgeschäften justament auf unserem angestrebten Platz statt. Nach vergeblicher Suche in St. Vit an der Doubs (Stellplatz nicht gefunden) finden wir schließlich gegen Abend endlich ein Ruhefleckchen in Roset-Fluans an der Doubs, gleich auf dem Parkplatz der Grotte d´Osselle.

Schliengen (Markgräflerland)
Ein bewährtes Etappenziel mit genialem Weitblick (Schwarzwald, Schweizer Bergwelt, Jura-Höhen und Vogesen) sowie fairer Bewirtung nutzen wir bei der Winzerei Zimmermann auf dem Schliengener Berg. Eine vom Schwarzwald aufziehende, finstere Gewitterfront dreht elegant an unserem Standort vorbei.


Nierstein am Rhein (Ausklang)
Eine letzte Nacht verbringen wir beim Weingut Gehring oberhalb von Nierstein. Wir sind gegen 16 Uhr vor Ort und starten umgehend zu einer Weinbergwanderung. Auch hier reicht der Rundblick vom Pfälzer Wald, den Höhen des Rheingaus, des Taunus bis hin zum Odenwald. Abermals ziehen bedrohlich wirkende, Regengardinen ausschüttende Wolken heran. Wir bleiben von der drohenden Dusche verschont. Die letzte Etappe von 234km hat es in sich. Regen, LKW´s, Baustellen, eine unschöne Fahrbahn (A 3) und insgesamt langweilige Autobahnkilometer bringen uns um 15.30 Uhr wieder in den Heimathafen zurück.

Schön war´s ...!